leseprobe24 Blog

Heute kommen wir zum dritten Teil der Highlander-Saga, "Ferne Ufer". Zu diesem Buch gibt es geteilte Meinungen. Einige Leser gelangen zu der Ansicht, es sei zu langatmig und zu schleppend, ausserdem würde zuviel um die eigentliche Geschichte herumerzählt.
Der Meinung bin ich nicht , mich hat es genauso begeistert wie die ersten beiden Teile. Gerade der detailverliebte Erzählstil , den Diana Gabaldon pflegt, hat es mir angetan. Dadurch erwacht die Geschichte zum Leben , wird plastisch und man kann sich alles sehr gut vor dem inneren Auge vorstellen.

Nun zum Inhalt von "Ferne Ufer":

Trotz ihrer Bemühungen ist es Jamie und Claire nicht gelungen, Bonnie Prince Charlie  von seinem Krieg gegen die Engländer abzubringen. Nachdem Jamie seine geliebte Frau zurück in die Zukunft geschickt hat, kämpft er mit seinen Clanbrüdern im April 1746 in der neuntägigen Schlacht bei Culloden . Claires Warnung erfüllt sich: Die Schotten werden vernichtend geschlagen. Der sechsundzwanzigjährige Charles Edward Stuart  muss seine Hoffnung aufgeben, den Thron seines Großvaters Jakob II. zurückerobern zu können. Nur wenigen seiner Getreuen gelingt die Flucht . Jamie bleibt schwer verwundet auf dem Schlachtfeld liegen und wartet auf den Tod . Ohne Claire will er ohnehin nicht mehr leben . Doch er wird am Ende gerettet .

Nach dem Tod ihres Ehemanns Frank Randall versucht Claire 1968 herauszufinden, ob Jamie damals seine Männer vor dem Tod in der Schlacht  hatte bewahren können und weiht auch ihre zwanzigjährige Tochter Brianna in ihr Geheimnis ein. Der Historiker Roger Wakefield , der ihnen bei den Recherchen hilft, stellt fest, dass James Alexander Malcolm MacKenzie Fraser nicht unter den Gefallenen der Schlacht bei Culloden war und kommt schließlich zu der Überzeugung , dass es sich bei dem Buchdrucker A. Malcolm in Edinburgh um ihn gehandelt haben könnte.

Als Claire begreift, dass Jamie die Schlacht bei Culloden überlebte, drängt es sie, zu ihm zurückzukehren, aber sie muss sich zwischen der Liebe zu Jamie und der Liebe zu ihrer Tochter entscheiden. Monatelang zögert sie, doch weil Brianna inzwischen alt genug ist, um ohne ihre Mutter auszukommen, lässt Claire sich schließlich in dem Steinkreis auf dem Craigh na Dun bei Inverness wieder in die Vergangenheit versetzen, ins Jahr 1766 und nach Edinburgh , wo sie Jamie nach zwanzig Jahren Trennung überrascht.

Nach und nach erfährt Claire , wie es ihm seit der Schlacht bei Culloden erging. Nicht alles davon gefällt ihr . Außerdem stellt sie entsetzt fest, dass er sich trotz seines reiferen Alters – er ist jetzt siebenundvierzig – immer noch als schottischer Aufrührer gegen die englische Herrschaft engagiert.

Schliesslich kommen auch die fernen Ufer ins Spiel…

Hier eine kleine Leseprobe für euch:

Er war tot. Andererseits tat ihm die Nase weh, was ihm unter den Umständen seltsam erschien. Zwar vertraute er darauf, daß ihn sein Schöpfer mit Verständnis und Gnade empfangen würde, aber wie alle Menschen verspürte auch er tief im Innern jene Spur von Schuld, die einen vor der Hölle zittern läßt. Doch er hielt es für ziemlich unwahrscheinlich, daß sich die Qualen dort auf eine zerschlagene Nase beschränkten.
Der Himmel konnte dies allerdings auch nicht sein. Zum einen hatte er ihn nicht verdient. Zum anderen sah es hier nicht danach aus. Und zum dritten bezweifelte er, daß der Lohn der Seligen - ebensowenig wie der der Verdammten - in einer gebrochenen Nase bestand.
Er hatte sich das Fegefeuer immer als düsteren Ort vorgestellt, und das rötliche Licht, das ihn umgab, schien dazu zu passen. Sein Geist wurde allmählich klarer, und langsam kehrte auch seine Denkfähigkeit zurück. Jetzt, so dachte er, müßte irgend jemand kommen und ihm sagen, wie das Urteil lautete, wie lange er für seine Sünden büßen mußte. Aber ob er sich auf einen Teufel oder einen Engel einstellen sollte, wußte er nicht. Sein Schullehrer hatte ihm nicht erklärt, wer dem Fegefeuer vorstand.
Während er wartete, versuchte er sich klarzumachen, welche Qualen ihm möglicherweise bevorstanden. Hier und dort hatte er Schnitte, Wunden, blaue Flecken, und er war sicher, daß er sich den Ringfinger der rechten Hand - der so schwer zu schützen war, weil er steif abstand - erneut gebrochen hatte. Aber das war alles nicht so schlimm. Was noch?
Claire. Der Name schnitt ihm ins Herz und löste einen Schmerz aus, der heftiger war als alles, was er zuvor hatte ertragen müssen…

Fazit: Genauso grandios wie seine Vorgänger, entführt "Ferne Ufer" den Leser in eine andere Welt und lässt einen nicht mehr los. Eine fesselnde Geschichte …. und, ihr könnt es euch sicher schon denken: Jamie Fraser mag ja manchmal eine echte Nervensäge sein, aber keine könnte ihm widerstehen!

Dieser Artikel wurde geschrieben von Nena

Dieser Eintrag wurde erstellt am Donnerstag, 26. Februar 2009 ist abgelegt unter "Allgemein, Fantasy, Frauen, Historisch, Liebe, Roman".
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1 Kommentar

  1. Heiko:

    Das scheint richtig spannend zu sein. Danke für die Leseprobe, jetzt bin ich ja gespannt darauf!

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