Von David Schumann und den Zufällen, die ihm in Tokyo begegnet sind, habe ich vor vielen Monaten im Fernsehen gehört. Umso erfreuter war ich, als man mir nun kürzlich ein Leseexemplar des Buches angeboten hat. Ohne lange zu überlegen sagte ich zu und freute mich auf den Tag an dem der Roman in meinen Briefkasten liegen würde.
Wie das aber so ist, ich bin ein Mann und meine Frau hat das Buch zuerst aus dem Briefkasten geholt und natürlich direkt ihren "Leseanspruch" darauf angemeldet. Ich musste somit noch ein paar Tage warten…
Und ich muss sagen, dass sich das Warten auf dieses Buch in jedem Fall gelohnt hat. Es ist sehr interessant zu lesen und vor allem richtig gut geschrieben. Reich-Ranicki würde bei dieser Aussage die Hände über dem Kopf zusammenschlagen , aber mir und wahrscheinlich auch vielen meiner Generation gefällt der Schreibstil von Schumann . Er nimmt definitiv kein Blatt vor den Mund und das Wort "Fi…." liest man mehr als einmal. Vor allem schreibt er aber sehr schnoddrig und so, wie ihm eben der Schnabel gewachsen ist. Alles in Form eines Tagebuchs.
Es soll ja auch einige geben, die David Schumann nicht kennen, daher hole ich an dieser Stelle etwas weiter aus und gebe euch eine kleine Einführung . Schumann, Student der Japanologie und Alt-Punk, wohnhaft in Köln beschließt für ein Jahr nach Tokyo zu gehen. In erster Linie um dort weiter zu studieren und seine Japanisch-Kenntnisse aufzubessern . Im Endeffekt kommt aber dann vieles anders als man und auch er denkt.
Gerade am Anfang des Buches lässt Schumann den Leser an seinem "Innenleben" teilhaben. Wie es sich eben anfühlt in einer Metropole mit mehr als 8 Millionen Einwohner auf einmal ganz alleine zu sein. Nur eine mehr oder weniger unbekannte Gastfamile . Die eigene Familie und alle Freunde irgendwo hinter dem Ozean…
Der Anfang ist nicht leicht für David . Mehr und mehr lebt er sich dann in Tokyo ein. Spielt wieder in mehreren Bands mit (er hatte ein gar nicht so unerfolgreiche Hardcore-Band in Deutschland) und findet im Moloch Tokyo neue Freunde.
Durch Zufall wird er eines Tages auf der Straße von einer Japanerin angesprochen, die Fotos von dem tätowierten Riesen machen möchte (Schumann ist eben recht groß, aber eher noch normal groß. Viele Japaner sind aber sehr klein….) . Er glaubt an einen Touristengag und macht bereitwillig mit. Später stellt sich heraus, dass diese junge Frau eine Modelagentin einer bekannten japanischen Modelagentur war und plötzlich findet sich Schumann auf den großen Laufstegen als Männermodel wieder.
Gerade seine Punk-Attitüde macht ihn in Japan zum Star . Tätowierungen lastet dort immer noch der Ruch des "Kriminellen" an. Sie sind längst nicht so verbreitet wie in Europa .
Schumann erzählt dann, wie sein Leben sich als Model in Japan verändert. Endlich mehr Geld verdienen und ausziehen bei den nervigen Pflegeeltern (der Vater masturbiert beispielsweise gerne mal seine Katze…).
Eine Konstante zieht sich durch das gesamte Buch: David’s teilweise vergebliche Jagd nach dem weiblichen Geschlecht. Die Japanerinnen machen ihm das Liebesleben mehr als schwer. Der Erfolg stellt sich erst reicht weit am Ende des Buches ein. Ich will aber auch nicht zu viel vorwegnehmen. Immerhin sollt ihr die Story ja auch selber lesen.
Das komplette Buch "Tokyo Diaries" von David Schumann ist in Tagebuchform geschrieben. Gerade der flapsige und teils urkomische Schreibstil macht dieses Buch zu einem echten Highlight in meiner Sammlung.
Klappentext / Auszug / Leseprobe "The Tokyo Diaries" von David Schumann
THE TOKYO DIARIES – ein Rock n Roll-Roman
David kann es selbst kaum glauben: Morgen geht sein Flug nach Tokyo, wo er die nächsten Monate in einer Gastfamilie wohnen und an der Uni studieren wird. Was hat er sich bloß dabei gedacht? In Japan angekommen, ist er erst einmal überwältigt von der Schnelligkeit und Unübersichtlichkeit der Riesenstadt Tokyo. Hier ist er jetzt einer unter Millionen, ohne Familie und Freunde, ganz allein auf sich gestellt. Höhen und Tiefen durchlebend, schafft David es, sich zu etablieren. Er findet Freunde, Jobs und spielt bald in zwei Bands. Nur mit den Frauen läuft es so gar nicht. Eines Tages wird David von einer Fotografin auf der Straße angeworben. Auch wenn er sich nicht vorstellen kann, was er als tätowierter Ex-Punker auf so einem Shooting soll, beschließt er hinzugehen. Drei Wochen später erscheint eine Fotostrecke…
Dieser Artikel wurde geschrieben von Whykiki
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